Da in diesen Tagen Island ja in aller Munde ist, kann ein Tipp über die Menschen dort nicht fehl am Platz sein. Vor allem weil es richtig Spass macht.
Haldor Laxness ist Isländer und Nobelpreisträger für Literatur. Allein durch die Vergabe dieses Preises wurde Island der Staat mit der höchsten Nobelpreisdichte je Einwohner.
"Zeit zu schreiben" sind autobiografische Aufzeichnungen aus seinem doch recht bunten Leben. Laxness spielt mit der Naivität des "Landeis" vom hintersten Ende der westlichen Zivilisation.
Er nimmt uns mit in die Fettnäpfchen seiner langen Reisen. Voller Enthusiasmus wird er Katholik und Kommunist. Und jedesmal zieht die Realität ihn wieder auf den Boden zurück.
Gleich im ersten Kapitel (in einem französischen Kloster) ist der netteste Kerl, den er dort kennenlernt, derjenige, der am Ende mit dem Vermögen des Klosters durchbrennt.
Und jedesmal stehen wir als Leser mit in diesem Fettnäpfchen. Hätten wir es vorhersehen können? Ja natürlich! Es ist offensichtlich, was da passiert. Aber wir sind so mit dem Erzähler verstrickt und verbunden, dass wir es genauso naiv übersehen wie er selbst.
"Halldór Kiljan Laxness war der Letzte, der es sich in Island erlauben konnte, am Fernsehen zu rauchen. Sein Ansehen in der isländischen Gesellschaft war derart gross, dass er zu einem Zeitpunkt, als der Tabakkonsum längst verpönt war, während eines Interviews zufrieden eine dicke Zigarre paffen konnte. Er blies den nervösen Fernsehjournalisten eine dicke Rauchwolke ins Gesicht und verwirrte sie dadurch umso mehr. H.K.L. darum zu bitten, nicht zu rauchen, war schlichtweg undenkbar."
So schreibt sein Biograf, gleichzeitig der Enkel seines schärfsten Mitbewerbers um den Rang des isländischen Nationaldichters. In unsrem kleinen Land darf das auch nur noch einer.
