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Machtdemonstrationen Der Versuch einer Zusammenfassung zu S21

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Machtdemonstrationen

Der Versuch einer Zusammenfassung zu S21

Seit wann man den Gedanken hegt ist nicht wirklich bekannt. Bekannt ist hingegen das der damalige Chef der ehemaligen Deutschen Bundesbahn 1994 mit der Idee an die Öffentlichkeit trat, den Stuttgarter Hauptbahnhof umzugestalten. Bei dieser Gelegenheit wollte er den Gesamten Bahnhof auch gleich eingraben. Im Prinzip ja sehr weitsichtig. Betrachtet man die Bahn heute, es wäre gut, man hat dieses Elend nicht ständig vor Augen. Zudem würden die Architektursünden nicht ständig die Augen quälen.

So nahm alles seinen Lauf. Man plante, verwarf, rechnete schön, plante neu, verwarf erneut und so weiter. Einwände und Wiedersprüche wurden von Tisch gewischt.

2010 wird es konkret, man beginnt, zuerst abzureißen. Nachdem etliche Einsprüche gescheitert sind. Es regt sich der Wiederstand der Bürger. Gegen den Abriss des Gebäudes, gegen das Abholzen sehr alter Bäume im angrenzenden Schlosspark.

Gründe für den Wiederstand gibt es reichlich. Der Einsturz des Stadtarchivs in Köln, durch den U-Bahnbau ist noch präsent.(Die Herren Bilfinger +Berger, sind sicher auch hier beteiligt) Dann fürchtet man eine Gefährdung der Mineralquellen. Die Gebäudeschäden durch Geothermiebohrungen im südbadischen Staufen sind ebenfalls sehr präsent. Da auch gleich die Strecke bis Ulm ausgebaut werden soll, steigen die Kosten fast täglich. Man fürchtet ein Fass ohne Boden, wie bei anderen Projekten der Bahn auch.

Die große Frage ist und bleibt allerdings; warum muss es unbedingt dieser Provinzbahnhof sein? Frankfurt hat ein erheblich höheres Verkehrsaufkommen zu bewältigen, da würde es durchaus mehr Sinn ergeben. Weiterhin beklagt jeder das erhöhte Güterverkehrsaufkommen auf unseren Autobahnen, daher wäre es logischer für einen Ausbau und reibungslosen Ablauf des Güterverkehrs per Bahn zu sorgen.

Am 30.09.2010 erlebte der Wiederstand gegen das Projekt seinen bisherigen Höhepunkt, der Staat demonstriert sein vermeintliches Recht. Nach ausgiebigem Gejammer, wurden von überall her Polizeikräfte herbeigerufen. Diese knüppeln eine bisher friedliche Demonstration, der Gegner, überwiegend ältere Leute und Schüler, zusammen. Dabei wird ausgiebig vom ausgegebenen Pfefferspray gebrauch gemacht, auch knappes und teueres Trinkwasser, mit CS oder anderem Reizgas vergiftet, wird unter die Leute gebracht. Einen Mann wird dabei ein Auge „ausgeschossen“, zahlreiche weitere Personen werden ebenfalls verletzt.

Die Verantwortlichen zeigen keine Einsicht. Man versteigt sich sogar dahin, die Demonstranten für die unangemessenen Reaktionen der Polizei verantwortlich zu machen, der Innenminister gesteht unfreiwillig eine Sehschwäche ein, er bezeichnet Kastanien, die von Schülern auf die Polizisten geworfen wurden, als Pflastersteine. Der amtierende Bahnchef stellt seine Unkenntnis in Sachen Grundrechte öffentlich unter Beweis, indem er den Demonstranten das Recht zur Demonstration abspricht.

Mit dem Versprechen eines angeblichen Baustopps hofft man inzwischen die Wogen zu glätten. Personelle Konsequenzen hingegen sind, bisher, nicht zu erkennen