Du bist ein Gast - Registrieren | Anmelden

Geiz ist geil?

zu Lynx ´s Profilseite

Geiz ist geil?

Ganz und gar nicht wie uns der Winter wieder zeigt. Es gibt reichlich zu schimpfen. Dabei sind es „nur“ Jahreszeitlich bedingte Widrigkeiten. Ob früher alles besser war, mag dahingestellt sein. Es hat sich ja einiges im laufe der Jahre verändert.

Sicher ist, dass die Manager nicht das sind als das sie sich gerne selbst sehen. Mit den Versprechungen haben sie es in der Vergangenheit geschafft die Menschen einzulullen. Und bis dato hat das auch gut funktioniert. Zumal die Politik nicht mehr fähig ist der Wirtschaft die Grenzen aufzuzeigen. Faktisch werden wir von der Wirtschaft regiert. Im Modernsprech nennt man das „Outsourcing“

Allerdings sind wir auch anspruchsvoller geworden. Reisen wann immer es uns gefällt, sei es mit dem Auto, dem Flugzeug oder der Bahn. Kostenmäßig unterscheidet es sich nur noch geringfügig.

Dann aber kommt plötzlich die böse Natur und besinnt sich nach Jahren wieder auf ihren Lauf.. Im Sommer wird es heiß, eine Bahnreise wird wie der Besuch eines Sonnenstudios, nur ohne Bräunungseffekt. Vergleichbar mit dem Versuch ein Hähnchen in der Mikrowelle zu grillen. Der Winter hält sich nicht ganz an den Kalender, aber man hat den Eindruck er will seine schlaffen Jahre ausgleichen Jetzt geht der Ärger richtig los!

Die verwöhnten Autofahrer, inzwischen völlig bar jeder Kenntnis, wie man sich auf verschneiten Strassen verhält, sind hilflos, seit nicht jeder qm mehr Salz aufweist, als 1 kg Pökelfleisch zu Zeiten des Christof Columbus. Zusätzliche Schikane, der Verkehrsminister eine bis dato wachsweiche Vorschrift in eine gummiweiche gewandelt, und die Winterreifenpflicht etwas genauer zu definieren.
Darauf ist weder die Industrie noch der Handel vorbereitet. Die offenkundige Goldader mutiert zu „Katzengold“.
Auch der Textilhandel erlebt sein Waterloo, die sprunghafte Nachfrage nach Winterkleidung, aus Fernost, verpufft vor leeren Regalen und Kleiderständern, da die Kinder in Indien und China nicht schnell genug nähen, und dann sind da noch die somalischen Piraten. Der seit 20 Jahren, angeblich beerdigte real existierende Sozialismus mit seiner Planwirtschaft grüßt hämisch grinsend aus seinem Grab.

Über den Wolken muss die Freiheit grenzenlos sein, sang Reinhard Mey einst. Aber der Weg dorthin erwies sich für die Luftfahrtbranche als schwierig. Die vorher am Boden erforderliche Bewegung war extrem eingeschränkt. Das enteisen der Flugzeuge stockte, da der Nachschub an notwendigen Chemikalien, zum Teil links und rechts der Strassen im Graben landete, mangels Salz bei den Strassendiensten, oder günstigstenfalls, einfach im Stau stand. Die Flughäfen verwandelten sich in Massenquartiere. Tausende gestrandete müffelten tagelang kollektiv vor sich hin. Immerhin hatten sie es warm. Die gestrandeten Bahnreisen hatten da erheblich schlechtere Bedingungen

Die begehrte Fracht mit der Bahn zu transportieren kam auch nicht in Frage. 1. existiert der Güterverkehr auf der Schiene fast nicht mehr. 2. hatte die Bahn wie gewöhnlich gegen die Uhr zu kämpfen. Und dazu mit allerlei Boshaftigkeiten des Wetters. Da hatte sich doch tatsächlich Schnee auf die Schienen gelegt, Eis hatte sich an den Stromleitungen festgekrallt. Weichen wurde es zu kalt, und sie zeigten Symptome von Arthritis. Bewegungen nur widerwillig, wenn überhaupt. Elektrische Heizungen gibt es nur wenige, die Verlängerung der AKW Laufzeiten kam eindeutig zu spät! Da jeder Betrieb effizient arbeiten, und Gewinn erwirtschaften soll, erwartet das auch der Hauptaktionär der Bahn. Problem hierbei, es handelt sich dabei um unsere gewählten Vertreter, die auch den originären Auftrag der Bahn im Auge behalten müssen, ein erschwingliches, flächendeckendes Massentransportmittel zur Verfügung zu stellen. Das ist, zugegeben, eine schwer zu realisierende Forderung. Einerseits kassiert der Finanzminister die erwirtschafteten Gewinne ein, um sie dann wegen Planungsfehlern der Manager wieder zur Nachbesserung zurückzugeben. Vermutlich ist diese Summe sogar höher als die ursprünglich kassierte. Die Privatisierung ist nicht der Weisheit letzter Schluss, denn die derzeitigen Mängel sind das Resultat der Verschlankung um die Bahn zu privatisieren. In anderen Ländern kann man auch derartige Fehlentscheidungen studieren. In Neuseeland wurde die Entscheidung revidiert, und es klappt besser denn je.

Da wir uns nicht darauf verlassen können, dass immer alles nach Wunsch läuft, muss das System geändert werden. Ergo, Geiz ist nicht geil!