Fast jeder spürt die Folgen der Zeitumstellung. Seit 1980 die Umstellung Europaweit eingeführt wurde streitet man vehement darüber. Dabei ist es nicht so neu.
Erstmals im Jahre 1784 wurde die Idee von Benjamin Franklin in einem Brief über „die Kosten des Lichtes“ an die Herausgeber einer Pariser Zeitschrift erwähnt, in dem er den hohen Verbrauch an Kerzen kritisierte. Angesichts des humorvollen Charakters des Textes ist allerdings nicht klar, ob es sich um einen ernsthaften Vorschlag Franklins handelte.
Ernsthaft wurde die Idee erstmals im Jahre 1907 von William Willett vorgeschlagen. Trotz Lobbyarbeit konnte er die britische Regierung jedoch nicht zur Einführung der Sommerzeit bewegen.
In Deutschland gab es eine Sommerzeit erstmals während des Ersten Weltkriegs in den Jahren 1916 bis 1918:Jahr Beginn der Sommerzeit Ende der Sommerzeit
1916 letzter Sonntag im April 23:00 MEZ erster Sonntag im Oktober 1:00 MESZ
1917 1918 dritter Montag im April 2:00 MEZ dritter Montag im September 3:00 MESZ
Die kompliziert formulierte Bestimmung zur erstmaligen Einführung lautete: „Der 1. Mai 1916 beginnt am 30. April 1916 nachmittags 11 Uhr nach der gegenwärtigen Zeitrechnung. Der 30. September 1916 endet eine Stunde nach Mitternacht im Sinne dieser Verordnung.“
In den Jahren 1919 bis 1939 gab es keine Zeitumstellung. Wieder eingeführt wurde die Sommerzeit während des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1940. Ursprünglich sollte sie am 6. Oktober 1940 enden, was jedoch vier Tage vor ihrem Ablauf außer Kraft gesetzt wurde: „Die [...] durch Verordnung [...] bestimmte Zeitrechnung bleibt bis auf weiters bestehen.“ Jedoch wurde die Sommerzeit ab 1942 dreimal durch sogenannte „Verordnungen über die Wiedereinführung der Normalzeit“unterbrochen. Somit ergaben sich in den Kriegsjahren Zeiträume, die keinem klaren Schema folgten:
Jahr Beginn der Sommerzeit Ende der Sommerzeit
1940–42(a) erster Montag im April 2:00 MEZ erster Montag im November 3:00 MESZ
1943 letzter Montag im März 2:00 MEZ erster Montag im Oktober 3:00 MESZ
1944 erster Montag im April 2:00 MEZ erster Montag im Oktober 3:00 MESZ
1945 erster Montag im April 2:00 MEZ
a In den Jahren 1940 und 1941 gab es nach Erlass der „Verordnung über die Verlängerung der Sommerzeit“ keine Umstellung zurück auf MEZ; die Sommerzeit galt daher durchgehend von April 1940 bis November 1942.
b Das Ende der Sommerzeit 1945 fiel in die Zeit nach dem Kriegsende.
Ab diesem Zeitpunkt wurde die gesetzliche Zeit in Deutschland von den Besatzungsmächten festgelegt.
Jahr Beginn der Sommerzeit Ende der Sommerzeit
1945 (Westzonen) dritter Sonntag im September 2:00 MESZ
1945 (Sowjetische Zone, Berlin) dritter Sonntag im November 3:00 MESZ
vierter Donnerstag im Mai 2:00 MESZ letzter Montag im September 3:00 MEHSZ
1946 zweiter Sonntag im April 2:00 MEZ erster Montag im Oktober 3:00 MESZ
1947 erster Sonntag im April 3:00 MEZ erster Sonntag im Oktober 3:00 MESZ
zweiter Sonntag im Mai 3:00 MESZ letzter Sonntag im Juni 3:00 MEHSZ
1948 dritter Sonntag im April 2:00 MEZ erster Sonntag im Oktober 3:00 MESZ
1949 zweiter Sonntag im April 2:00 MEZ erster Sonntag im Oktober 3:00 MESZ
a In der sowjetischen Besatzungszone und Berlin dauerte die Sommerzeit 1945 zwei Monate länger als im übrigen Deutschland.
b In der sowjetischen Besatzungszone und Berlin galt vom 2. Mai bis zum 24. September 1945 die mitteleuropäische Hochsommerzeit (MEHSZ; so genannte „Doppelte Sommerzeit“), die mit der Moskauer Zeit übereinstimmte, mit einer Zeitdifferenz von plus zwei Stunden zur MEZ; nach deren Ende galt noch bis zum 18. November 1945 die MESZ.
Zwischen dem 11. Mai und dem 29. Juni 1947 galt in ganz Deutschland die MEHSZ.
Die damaligen Sommerzeitregelungen endeten 1949. Von 1950 bis 1979 gab es in Deutschland keine Sommerzeit.
