Ich weiß es nicht, wie man diese Angst in den Griff bekommen kann - ich habe sie auch nicht in den Griff bekommen. Äußerlich ja, aber im Inneren nur Aufruhr - bei jeder Meldung sowieso. Mein Sohn ist(wenigstens) schon 22 als er in nch Afga geht.
Er hatt sich länger dienend gemeldet, kurz bevor seine normale Wehrpflichtzeit ablief. Er hat sich "freiwillig" gemeldet. Erst viel später erfuhr ich, was man ihm damals geantwortet hat, nämlich "Wenn Sie sich nicht freiwillig gemeldet hätten, wären Sie abkommandiert worden".
So viel mal zur sogenannten "Freiwilligkeit". Der Bund "investiert" nämlich kein Geld in die Zusatzausbildung (damals 6 Monate) für derartige Einsätze. Längerdienende unterliegen damit einer anderen "Befehlslage".
Auch die Familienbetreuung kann einem die Angst nie nehmen.
Ich denke nicht, dass es mir hilft, wenn man mir jetzt sagt "Ist alles nicht so schlimm" - es ist schlimm und man muss mit dem Schlimmsten rechnen.
Vielleicht sagt der eine oder andere, es wäre besser, wenn man es nicht weiß, was wirklich los ist. Genau das macht einen aber verrückt.
Ich denke immer an ihn und auch ich habe beten gelernt. Er übrigens auch. Ich hoffte, dass ich ihn mit meinen Gedanken vor dem Schlimmsten bewahren kann. Das war das einzige, womit ich meine Angst in den Griff bekomme - zumindestens zeitweise.
Ich wünsche mir von ganzem und aus tiefstem Herzen, dass ich es schaffe und vor allem dass mein Sohn gesund zurück kommt.