hallo Du! ( Brief an eine/n Soldatin/ soldaten im Einsatz)
ich sitze hier am Fenster und beobachte wie die kleinen Kätzchen im Vorgarten spielen.
Wiskey ist frech, er ist auch rot, er ärgert die anderen Beiden, den Schorle ( schwarz weis) und den Ivan ( schwarz und gemütlich). Beide lassen sich die Represalien des roten Kätzchens gefallen.
Ich denke in diesem Augenblick, ich könnte ja auch was sinnvolles machen, niemanden ärgern, sondern jemanden schreiben. NUn sitz ich hier am Wohnzimmertisch, hab eine Kerze angezündet und denke nach. Ich denke wie es Dir, in der Ferne geht, welche Sorgen Dich im Moment plagen, was Dich bewog mit der BW ins Ausland zu gehen und dort zu kämpfen. Ich finde keine Antwort. Nur eines weis ich, ich will an Dich rankommen, Dir mit diesen Zeilen, ein paar ruhige Minuten zu verschaffen, Dich einfach anzusprechen, einfach im Geiste bei Dir zu sein.
Damit Du weist wer ich bin, mal einen kurzen Steckbrief von mir:
Mein Name ist Betty, lebe in Bayern und bin Mutter von erw. Kindern, eines davon ist Soldat, Soldat wie Du und ettlichen tausend Anderer.
Gerade bist du mir jetzt so wichtig, ich will Dir Hoffnung machen und auch das Gefühl geben, hier ist ein Mensch, der dich mal kurz von der Ferne umarmt, dich einfasch in die Arme schliest, Dich tröstet, Dir zuhört und der Dir Wärme schickt.
An meinen Tisch hier, vor mir flackert der Lichschein der Kerze, das Strahlen ,was von diesem Lich ausgeht, wünsche ich für Dich in diesem Brief, die Wärme, die das Licht bereitet, soll in Dein Herz kommen. Dein Herz soll nach diesen Zeilen glühen vor Wärme.
Das ist mein Anliegen für diesen Moment.
Nichts aufregendes, das hast du bestimmt oft genug, einfach mal Ruhe, Wärme und Geborgenheit.
Denke immer daran, Du bist auf diese Welt gekommen, Du bist erwünscht, Der da oben wollte Dich hier haben, Du bist so wichtig!
Für mich jetzt, in diesem Augenblick, der wichtigste Mensch!
Mir fällt nun ein kleines Gedicht ein, das auf einer Kerze in meiner Kinderzeit stand, es lautete so:
Wenn man meint, es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Lichtlein her!
Dieses Licht sende ich Dir, ich zünde jeden Abebd eine Kerze in der Laterne vor meinem Haus an, für dich, für Deine Kameraden, schau einfach in den Abendhimmel, das helle Leuchten kommt von Meiner Kerze!
Ich ehm Dich nun nochmals in den Arm, drücke Dich, vorsicht bin niht so gering, fest und wünsche Dir alles Glück der Welt.
Eines musst Du mir versprechen: Komm gesund wieder! Bitte!
Liebe Grüße aus Bayern, von der Betty
ein Brief an einen unbekannten Soldaten, von mir!